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Freiburger Fenster - Januar 2009 - im Kommunalen Kino

Ernst Jünger: "DIE BIPOLAREN"

Am 29.01.2009 ist im Freiburger Fenster der Freiburger Medizinjournalist und Filmemacher Ernst Jünger zu Gast mit seinem Film
    DIE BIPOLAREN (D 2008, 43 Min.)
    Buch, Regie, Produzent: Ernst Jünger
    Kamera: Ingo Behring, Achim Girnth, Ton: Mark Klotz, Schnitt: Mark Klotz, Musik: Michael Summ, Matthias Stich, 
    Behring Film- und TV Produktion

Miami Airport, 7. Dezember 2005. Ein ängstlich – gehetzt wirkender Passagier behauptet während einer Zwischenlandung, eine Bombe sei an Bord. Ebenfalls in der Maschine sind zwei US-Marshals, deren Aufforderungen der Passagier jedoch nicht Folge leistet. Die Situation eskaliert, schließlich erschießen die Marshals den Passagier gezielt. Es stellt sich heraus, das der Mann weder Waffen noch Sprengstoff dabei hatte, jedoch an einer manisch-depressiven (=bipolaren) Störung litt. Der Film beginnt mit der Re-Inszenierung dieses Vorfalls.

Der Autor begibt sich auf die Suche nach Leuten mit dieser Krankheit und stellt im Film mehrere Bipolare vor. Unter anderem:
- die Deutsch-Amerikanerin Marylou Selo, Simultanübersetzerin, die die Erkrankung gut im Griff hat. Sie reist mit uns an die Schauplätze ihrer Erkrankung, "gräbt" ihre alte psychiatrische Krankengeschichte aus und trifft sich nach vielen Jahren mit ihrer Psychiaterin, die ihr damals das Leben gerettet hat.
- Kay Redfield Jamison, Psychologieprofessorin, die in der Psychiatrie arbeitet und viele Bücher zum Thema "Bipolar" geschrieben hat. "Nur wer es selbst durchgemacht hat, kann ermessen, was es bedeutet, diese Krankheit zu haben."
Die Hälfte der Bipolaren macht einen Suizidversuch, 15% bringen sich um.
Dass unter Kreativen bipolare Störungen besonders häufig anzutreffen sind, ist einer ihrer Forschungsschwerpunkte.
- den international renommierten Psychiater Jules Angst. Ihn interessieren die Grauzonen zwischen Gesundheit und Krankheit. Und Er erzählt von den Bezügen zwischen Verliebtheit und Manie.
- die Schauspielerin Margot Kidder, die sagt, es genüge nicht, zum Psychiater zu gehen und zu hoffen, die Schwankungen würden aufhören. Jeder müsse seine eigene Strategie finden.

Die Botschaft des Films:
Die bipolare Erkrankung zeigt extreme Facetten menschlicher Existenz: Von grandiosen künstlerischen Höhenflügen, ruinöser Überaktivität bis hin zur Leere der Depression mit Suizid. Eine scharfe Unterscheidung zwischen Gesundheit und Krankheit ist nicht möglich. Betroffene sollten nicht allein auf die Angebote der Medizin vertrauen, sondern sich intensiv informieren, um zu einem individuellen Bewältigungskonzept zu kommen.

Anschließend findet ein moderiertes Gespräch mit dem Filmemacher statt.

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